Konservierung und Restaurierung eines
gefassten Standuhren-Gehäuses

 

Objektzustand
Die Imitation der Intarsie des gefassten Standuhren-Gehäuses, insbesondere des Nussbaummaserfurniers, wurde durch Malereien mit verschiedenen Rotbrauntönen auf hellem Malgrund erreicht.
Die auf dem Pendelgehäuse mit unterschiedlicher Ornamentierung befindlichen, halbplastisch ausgearbeiteten Arabesken liegen farblich in einem hellen Grün-Ockerton vor. Zentral befindet sich eine florale Applikation unmittelbar unterhalb des Uhrwerkgehäuses. Die beiden einander entsprechenden floral gestalteten Ornamente finden sich auf den beidseitig befindlichen profilierten Gehäuseerweiterungen / Pendelbereich.

Die Intarsienmalereien und die Fassungen der Arabesken weisen partiell Versprödungen und Abplatzungen auf. Oberflächenschrumpfungen sind sichtbar.
Partiell erheblicher Substanzverlust durch die Einwirkung von Holzschädlingen.
Verschiedene `Altrestaurierungen´ in Form von sekundär ausgeführten Leimungen, Kittungen und Schleifspuren.

Alterstypische Gebrauchsspuren und ein leichter Verschmutzungsgrad.

Das Uhrwerkgehäuse ist nicht verglast, beide Seitenscheiben sind vorhanden.
Verlust der Frontscheibe in der erhaltenen Uhrwerksgehäuse-Tür.

Maße: Höhe 2,34 m; Breite 0,45 m; Tiefe 0,26 m

Die Konservierung und Restaurierung des erhaltenen Uhrwerks erfolgt gesondert.

Materialien
Feinjähriges Weichholz, gefasst, mit ebonisierter Leistenzier und monochrom
gefassten Applikationen.

Datierung um 1800.

1. Vorzustand

Uhrwerksgehäuse ohne Tür /
Übergang Pendelgehäuse

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Standuhren-Korpus mit Uhrwerk- und Pendelgehäuse

Der infolge der Einwirkung von Holzschädlingen substantiell stark
geschädigte und vom Korpus gelöste Standuhrensockel liegt ebenso wie die
Tür des Uhrwerkgehäuses und die Seitenscheiben gesondert dokumentiert vor.


 

 

 

 

 

Uhrwerkgehäuse mit sekundär ausgeführten Leimungen und Kittungen sowie Fehlstellen an der ebonisierten Kranzleiste.
Die Tür weist kopfseitig nicht passgenaue sekundäre Leimungen auf, das Türenglas fehlt.
Beide Scheiben für die Seitenfenster sind erhalten.
Innerhalb der Malereien und des Malgrundes liegen diverse, partiell tiefschichtige Fehlstellen vor.

 


 

 

 

 

 

 

 

 

Fehlstellen an der ebonisierten Abschlussleiste.

 

 

 

 

 

Unter der Abschlussleiste ist, zum Pendelgehäuse gehörend, eine monochrom gefasste
Arabeske mittig platziert.
Eine abschließende, ebenfalls ebonisierte schmale Leiste teilt das Pendelgehäuse optisch.

Die Intarsienmalereien treten deutlich hervor.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pendelgehäuse mit rundverglaster, linksseitig angeschlagener Tür (Messingscharniere)
und einfacher Verriegelungstechnik, rechts sowie farblich abgesetzter innenliegender
Leistenzier mit beidseitig ausgeführten monochrom gefassten floralen Ornamenten und
ebonisierter, profilierter Leistenzier.

Starke Kratzspuren und Abplatzungen innerhalb der Intarsienmalereien.

 

 

 

Fehlstellen an der ebonisierten Leiste / Mitte (Front und rechte Seite) und an der
ebonisierten Leiste/Gehäuseabschluss.
Die ebonisierte Leiste / linke Seite ist am Objekt nicht befestigt; diese liegt lose bei.

Auffällig ist ein so genanntes `Durchschlagen´ harziger, aber fester verwachsener
Äste, in Form von bräunlich-schwarzen Verfärbungen, die sich in der Fassung abbilden.
Innerhalb der Malereien und des Malgrundes liegen partiell tiefschichtige Fehlstellen vor.
Die Arabesken weisen Farbabplatzungen auf.

 

Stark frassgeschädigte Holzreste des fragmentarisch erhaltenen Gehäuseunterteils /Sockels
sind insbesondere im Bereich der ebonisierten Leiste / Mitte im unteren Pendelgehäuseteil erkennbar.

 

 

 

 

Sockel
Erheblicher Substanzverlust des aus drei Elementen bestehenden Sockels mit
ebonisierter Leiste durch die Einwirkung von Holzschädlingen.

Fraßgänge und Ausfluglöcher sind erkennbar.
Poröse Gesamtstruktur / Großflächige Ausbrüche mit Oberflächenverlust.

Das rechtsseitige Sockelelement liegt lose vor; die Holzverbindung hat sich
vollständig gelöst.

 

 

 

 

 

Auffällig ist die starke Fraßschädigung der Holzverbindung.

Sekundär eingeleimte Holzplättchen im Gehrungsschnitt.

Die Holzverbindung des linksseitigen und mittigen Sockelelementes hat sich hälftig gelöst
Einen quer verlaufenden Riss im oberen Drittel weist das linke Sockelelement auf.

Die flächig ausgeführte Malereien (Intarsienimitation) zeigt partielle Verkrustungen/Verschmutzungen und
tiefschichtige Ausbrüche bis auf den Malgrund.

 


2. Konservierung und Restaurierung

Reinigen der Oberflächen / Entfernen von Verschmutzungen/Verkrustungen innerhalb der Flächen- und Arabeskenfassungen

Konsolidieren der Ausbrüche, der Abplatzungen und der porösen Struktur sowie des Risses und sämtlicher loser bzw.
gelockerter Partien innerhalb der Fassungen

Wiederherstellen der Statik

Re-Restaurierung der sekundären Leimungen und Kittungen

Ausführen der Holzergänzungsarbeiten
a. Fixieren des gelösten Leistenelementes
b. Fügen des Sockels
c. Ergänzen der fehlenden Partien

Ergänzen von Fehlstellen und Details

Ergänzen des fehlenden Malgrundes

Kolorierung/Retuschierung sämtlicher Ergänzungen, dem originalen Umfeld entsprechend

 

 

Konsolidieren brüchiger Bereiche

 

Reinigen der Oberfläche

 

 

Festigen der Sockelelemente

 

Fügen und Verleimen der Sockelelemente

 

 

Verleimen loser Partien

 

 

 

 

Ergänzen von Fehlstellen innerhalb der Applikationen

 

 

 

Ergänzen von Fehlstellen innerhalb der Intarsienmalereien

 

 

 

 

Kolorierung / Retuschierung der Ergänzungen,
dem Original entsprechend

 

 

   
3. Endzustand

Abschlussaufnahmen der konservierten und
restaurierten Standuhr

Werkgehäuse

 

 

 

 

 

 

 

 

Pendelgehäuse

 

 

 

 

 

 

 

 

Sockel

 

 

Falls Sie Fragen zu Konservierungen und Restaurierungen haben,
rufen oder mailen Sie uns an. Wir beraten Sie gerne!

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